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"Wer redet heute noch von der Vernichtung der Armenier?" fragte Hitler am 22. August 1939, als er vor hohen Militärs und Kommandeuren der SS-Todesschwadronen erklärte, daß der kommende Krieg die gnadenlose Ausrottung des Gegners - Mann, Weib und Kind - bedeute. Da war der erste Völkermord in Europa - der Genozid an den Armeniern, 1915/16 von der Türkei verübt - gerade mal 24 Jahre her. Ein vergessener und verleugneter Völkermord noch heute? Ein gemeinsames Seminar der Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz mit dem Bochumer Institut für Diaspora- und Genozidforschung setzte sich am 24. April mit strukturellen Fragen dieses Genozids auseinander.

Armenian Genocide

 

© Berliner Morgenpost 2001 

Das Datum war nicht von ungefähr gewählt - es ist der Gedenktag der Armenier. Denn am 24. April 1915 veranlaßte die 1908 an die Macht gekommene jungtürkische Bewegung die Verhaftung, Deportation und Ermordung armenischer Intellektueller in Konstantinopel und leitete damit den Völkermord an 1,5 Millionen Armeniern - zwei Dritteln des im Osmanischen Reich seit Jahrhunderten lebenden christlichen Volkes - ein.

Deir-es-Zor, das Todeslager in der Wüste, hat für Armenier den gleichen schrecklichen Klang wie Auschwitz für die Juden. "Es gibt viele Parallelen zwischen dem Völkermord an den Juden und dem an Armeniern. Beide wurden während eines Krieges ermordet. Auch die Jungtürken hatten ein völkisches Rasse-Konzept der Nation und träumten von Turan, einem Groß-Reich von Thrakien bis Mittelasien", erklärt Dr. Mihran Dabag, Direktor des Bochumer Instituts, mit dessen Gründung Deutschland 1994 an die internationale vergleichende Genozidforschung anschloß.

Im Gegensatz zum Völkermord an den Juden hat der an den Armeniern kaum einen Platz im kollektiven Gedächtnis der Menschheit gefunden . Beim Berliner Seminar bediente sich ein Teilnehmer der noch heute gängigen türkischen "Argumente": Es seien nur (!) 300 000 Armenier getötet worden.

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Noch 1993 hatte der britische Islamwissenschaftler Bernard Lewis in einem Gespräch mit "Le Monde" behauptet, die planmäßige Ausrottung der Armenier sei nicht belegt. Dabei ist dieser Genozid überwältigend dokumentiert - im politischen Archiv des deutschen Auslandsamtes. "Hunderte detaillierte Berichte über die systematischen Greueltaten und Ermordungen schickten deutsche Beamte und Militärs aus der Türkei, Bündnispartner Deutschlands im Ersten Weltkrieg, nach Berlin. Doch noch immer leugnet die Türkei diese Vorgänge, und Deutschland schweigt", kritisiert der Publizist Ralph Giordano.

Türkische Soldaten zeigen seine 'Stolz'

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Armenien umfaßte damals ein Gebiet, das wohl zwanzigmal so groß ist wie das heutige; es reichte vom Kaspisee zum Mittelmeer, vom Schwarzen Meer bis tief in den Irak. Der römische Historiker Tacitus nennt die Armenier eine "ambigua gens", ein doppeldeutiges Volk aber war es seine Schuld?

Es lebte genau auf der Schnittstelle zwischen Morgenland und Abendland und nahm von beiden, was es brauchte. Seine Kultur war iranisch geprägt, doch mit hellenistischem Einschlag; seine Könige waren parthischen Geblüts und empfingen ihr Diadem aus der Hand des römischen Kaisers.

Weit länger als ein Jahrtausend blieb Armenien zerteilt und umstritten zwischen Byzantinern, Türken, Arabern, Persern und zuletzt Russen. Der Erste Weltkrieg brachte die Katastrophe. Der Großteil der im Lande verbliebenen Armenier lebte unter türkischer Herrschaft, von der sie jedoch als unzuverlässige Ausländer betrachtet wurden.
1915 begann der erste große systematische Völkermord dieses Jahrhunderts. Wie immer in solchen Fällen verkleidete man seinen Auftakt als Umsiedlungsaktion. Erst auf dem Todesmarsch erfuhren die Armenier, daß man sie in die Syrische Wüste umzusiedeln gedachte, in die Mitte des Nichts.

Fotografien aus dieser Zeit zeigen Reihen von Kreuzen und daran angenagelt armenische Frauen, wie ein kaleidoskopisch vervielfachtes Golgota. Aufgenommen wurden sie als "Andenken" von deutschen Offizieren, die sich damals zahlreich in der türkischen Armee befanden. Sie folgten der strikten Anweisung aus Berlin, sich nicht in innertürkische Belange einzumischen. Rund 1.5 Million Armenier starben.

Berliner Zeitung 1998


Armenische Bevölkerung 1914 -1926

Armenian Genocide Armenian Genocide
Heinsohn, Gunnar (1998). Lexikon der Völkermorde. Reinbek: Rowohlt.
Hieraus: "Am 11. Juni 1919 gesteht der Großwesir Damad Ferid Pascha die Verbrechen öffentlich ein. Vier - längst geflohene - Führer der Jungtürken (Envor. Naziei, Talat und Kemal) werden zum Tode verurteilt. Weit über 1000 andere Täter werden - fast immer auf Druck der Briten - verhaftet und zum großen Teil (mehr als 100) in Britisch-Malta festgehalten. Am 1. November 1921 lassen die Briten die letzten Türken frei, woraufhin auch in der Türkei verurteilte Täter vorzeitig entlassen werden. Erst spätere türkische Regierungen heginnen mit dem Leugnen des Völkermords an den Armeniern und halten das bis heute durch. Es würde für sie sehr viel schwerer damit fortzufahren, wenn die deutsche Regierung ihre Komplizenschaft von damals öffentlich eingestünde und es nicht bei Verweisen auf die historische Literatur belassen würde."

". . . the Armenian massacre was the greatest crime of the war, and the failure to act against Turkey is to condone it . . . the failure to deal radically with the Turkish horror means that all talk of guaranteeing the future peace of the world is mischievous nonsense."
US President Theodore Roosevelt - May 11, 1918, letter to Cleaveland Hoadlet Dodge.

"I am confident that the whole history of the human race contains no such horrible episode as this. The great massacres and persecutions of the past seem almost insignificant when compared to the sufferings of the Armenian race in 1915."
Henry Morgenthau, Sr. US Ambassador to the Ottoman Empire

"Only the Turks are held responsible for the murder of eight hundred thousand of their citizens."
- Mustafa Kemal Ataturk -

To the Government Aleppo:
It was at first communicated to you that the Government, by order of the Jemiet (Young Turk Committee), had decided to destroy completely all the Armenian living in Turkey... An end must be put to their existence, however criminal the measures taken may be, and no regard must be paid to either age or sex, nor to conscientious scruples.
Minister of Interior, TALAT - September 16, 1916

Der bekannteste schriftliche Genozidbefehl - erhalten als Telegramm - stammt vom türkischen Innenminister Talat Pascha für die Ausrottung der Armenier im Jahre 1915:
«Ihnen wurde bereits mitgeteilt, daß die Regierung durch Befehl der Versammlung (Jemiet) beschlossen hat, die in der Türkei lebenden Armenier restlos auszurotten. Diejenigen, die sich diesem Befehl widersetzen, können nicht mehr für die Regierung im Amt bleiben. Ohne Rücksicht auf Frauen, Kinder und Kranke [...] muß ihrer Existenz ein Ende bereitet werden»
« KOPIE »

So sagte der Schriftsteller Orhan Pamuk kürzlich in einem Interview, 30000 Kurden und eine Million Armenier seien damals getötet worden. Aber "fast niemand ausser mir wagt das auszusprechen". Pamuk droht nun eine Anklage wegen Volksverhetzung und "Beleidigung von Staatsorganen". Einer der wenigen Wissenschaftler, die Pamuk beistehen, ist Professor Halil Berktay von der privaten Sabanci-Universität: "In den Jahren 1915/16 wurden mit Sicherheit 800 000 bis eine Million Armenier getötet."


Parlamente verschiedener Länder haben den Genozid anerkannt

Bis jetzt war die Anerkennung des Völkermords an den Armeniern vor allem Sache der Parlamente.
Zuletzt haben Polen, Holland (2005), Slowakei, Canada, Schweiz, Frankreich und Italien, im November 2000, den Genozid anerkannt.
Das Europaparlament verabschiedete 1987 eine entsprechende Resolution. Anerkannt wird der Völkermord ebenfalls vom Polen (April 2005), Holland (März 2005), Slowakei (Dezember 2004), Canada (April 2004), Uruguay (2004), Schweiz (Dezember 2003), Frankreich (2002), Libanon (Mai 2000), Italien (2000), Schweden (März 2000), Belgien (1998), Griechenland (1996), Bulgarien ( 1995), Argentinien (1995), Vatikan (1995), Russland (1995) und Zypern (1990).

In den Vereinigten Staaten ist das Geschäft auf starken Druck der Türkei hin im Oktober 2000 von der Traktandenliste des Repräsentantenhauses gestrichen worden.

Einer Anerkennung gleich setzen die Armenier auch einen UNO- Expertenbericht der Unterkommission zur Bekämpfung von Diskriminierung und zum Schutz der Minderheiten. Die Deportationen und Massaker an den Armeniern werden darin in der Liste der Völkermorde aufgeführt.

Auch regionale Parlamente haben sich für eine Anerkennung ausgesprochen. Dazu gehören unter anderem 36 amerikanische Staaten sowie Regionalparlamente in Australien. Der Ausdruck "Genozid" wurde erstmals 1945 in den Nürnberger Prozessen verwendet.


Web:
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